Psyche und Galle

Die Galle ist ein Organ, das umgangssprachlich eng mit negativen Emotionen und Charaktereigenschaften verbunden ist – mit Bitterkeit, Wut und Aggression. Wer seinen Ärger zu lange herunterschluckt, dem läuft am Ende irgendwann „die Galle über“ oder „sie kommt ihm hoch“. Gefühle, die man nicht zu zeigen wagt, können uns im wahrsten Wortsinn versteinern. Bei häufigen Wutausbrüchen oder ständiger Unterdrückung der eigenen Gefühle wird gar ein chronisches Krankheitsbild daraus. Wer aber über alles sprechen kann, was ihn bewegt, wird selten an der Galle erkranken.

Wie bei kaum einem anderen Organ stehen dessen Erkrankungen in einem so unmittelbaren Zusammenhang mit einem ungesunden Gefühlsleben wie bei der Galle. Bei Gallensteinen beispielsweise, geht es häufig um blockierte Gefühle, um Gefühlverhärtung, um – im wahrsten Sinne des Wortes – Aggressionen, die den Menschen innerlich versteinern lassen.

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Doch in dieser engen Verbindung zwischen psychischem Befinden und der Manifestation auf körperlicher Ebene liegt auch ein wichtiger Therapieansatz: Durch den Zugang zu den eigenen, tiefsten Gefühlen und Bedürfnissen und ihre Äußerung kann die Voraussetzung geschaffen werden, dass die Gallenflüssigkeit – umgangssprachlich kurz Galle genannt – nicht länger durch Entzündungen, Stauungen oder Versteinerungen in ihrem natürlichen Fluss gehindert wird und dadurch massive Beschwerden verursacht.

Die Galle sorgt für eine reibungslose Verdauung

Die Galle dient vorrangig der Verdauung von Fetten und ist damit auch bedeutsam für die Aufnahme und Verwertung fettlöslicher Vitamine. Darüber hinaus scheidet die Galle schwer wasserlösliche, sogenannte „gallepflichtigen Substanzen“ aus. Mit Galle werden umgangssprachlich sowohl die Gallenflüssigkeit („Gallensaft“) als auch die Gallenblase selbst bezeichnet – obwohl dies zwei verschiedene Dinge sind

Formen von Gallenwegserkrankungen

Unter den Gallenwegserkrankungen versteht man im Wesentlichen vier verschiedene Krankheitsbilder: Gallenwegsdyskinesien, Gallenblasenentzündung, Gallensteine und Gallenblasenkrebs. Zuletzt genannte tritt äußerst selten auf. Sie macht nur 1% aller Krebserkrankungen aus und findet sich vor allem bei älteren Menschen jenseits des siebzigsten Lebensjahres. Etwa 10-15% der Bevölkerung leiden unter Gallensteinen, allerdings verursachen sie nur bei jedem Fünften Beschwerden.

Gestörtes Fließen: Gallenwegsdyskinesien

Der medizinische Fachterminus Dyskinesie leitet sich vom griechischen Wort kinesi-Bewegung ab und bezeichnet „Fehlbewegungen“ der glatten Muskulatur im Sinne von schmerzhaften Muskelkrämpfen. Gallenblase und Gallengänge sind von einer Muskelschicht umhüllt, die sich zusammenziehen und entspannen kann. Über diesen Mechanismus wird der Weitertransport der in der Leber gebildeten Gallenflüssigkeit ermöglicht. Die Entleerung der Gallenblase in den Dünndarm läuft dank Peristaltik normalerweise koordiniert ab. Psychische Belastungen oder unverträgliche Nahrungsmittel können die nervalen und hormonellen Regelmechanismen stören. Die Patienten klagen über ziehende oder drückende Schmerzen unterhalb des rechten Rippenbogens. Oft ist es hilfreich, sich gezielt damit auseinanderzusetzen, welche Nahrungsmittel oder Alltagssituationen die Symptome auslösen.

 

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Verhärtung und Stau: Gallensteine

Die Gallensteinbildung (Cholelithiasis) beruht – physikalisch gesehen – auf einen Stau der Gallenflüssigkeit in der Gallenblase mit nachfolgender Eindickung. Begünstigende Faktoren sind Übergewicht, fettreiche Ernährung, starker Gewichtsverlust, künstliche Ernährung und eine chronisch zu geringe Trinkmenge.

Unter den Gallensteinen unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Formen:

Cholesterinsteine entstehen durch einen hohen Cholesteringehalt der Gallenflüssigkeit, verbunden mit einem Mangel an Gallensalzen. Cholesterinsteine bilden sich gehäuft bei Übergewicht, erhöhtem Cholesteringehalt im Blut, Einnahme der „Pille“ oder im Rahmen der entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Chron.

Pigmentsteine bestehen vorwiegend aus dem Gallenfarbstoff Bilirubin und entstehen vor allem bei vermehrtem Blutzerfall, künstlichen Herzklappen, Malaria, chronischen Infekten der Gallenwege und Lebererkrankungen.

Die dritte Steinart ist eine Mischform aus Cholesterin- und Pigmentsteinen. Die meisten Gallensteine (80%) haben einen überwiegenden Cholesterinanteil. Gallensteine einer Person sind immer vom gleichen Typ und beruhen auf der individuellen Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit.

Cholelithiasis ist eine Krankheit des mittleren Lebensalter

Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer. Vermutlich haben sie in einer immer noch weitgehend patriarchalischen Gesellschaft mehr Grund zum unterdrückten Ärger als die so genannten Herren der Schöpfung! Mediziner sprechen von der so genannten 5-F Regel bei der hauptsächlich betroffene Personengruppe: Female, fair, fat, forty, fecund (weiblich, hellhäutig, übergewichtig, (über) vierzig und fruchtbar). Mehrere Schwangerschaften fördern die Gallensteinbildung, weil sich die Gallenflüssigkeit in der Zeit der „anderen Umstände“ etwas eindickt. Eine Neigung zur Gallensteinbildung kommt auch familiär gehäuft. Das kann genetisch bedingt sein, aber seine Ursache auch in weitervererbten Verhaltensmustern bei der Konfliktlösung haben.

Gallensteine sind meistens symptomlos

Sie verursachen erst dann Beschwerden, wenn sie den Abfluss der Gallenflüssigkeit in den Darm behindern oder eine Gallenblasenentzündung auslösen. Ein feststeckender Gallenstein löst eine Kolik aus, die sich durch einen heftigen Schmerz im rechten und mittleren Oberbauch bemerkbar macht, die von Minute zu Minute intensiver wird und über Stunden anhalten kann. Der Schmerz entsteht durch eine krampfartige Zusammenziehung der Muskeln in der Wand der Gallenwege, um den Stein weiter zu befördern. Kolikschmerzen strahlen oft in den Rücken und in die rechte Schulter. Häufig werden sie von einem Druck- und Völlegefühl im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen begleitet. Auch eine Gelbfärbung der Haut kann auftreten. Das Gallensteinleiden kann von unspezifischen Beschwerden wie Blähungen, Unverträglichkeit von Fett, Kaffee, Gebratenem und kalten Getränken begleitet sein. Eine üppige, fette Mahlzeit ist häufig Auslöser einer Kolik. Gesellen sich Fieber und Schüttelfrost hinzu, muss an Komplikationen wie Gallenblasen-oder Bauchspeicheldrüsenentzündung gedacht werden.

Die schnellsten und leichteste Nachweismethode für Gallensteine ist eine Ultraschalluntersuchung.

Sie kann Steine ab einem Durchmesser von 2 mm erfassen. Durch seinen Kalkgehalt zeigt der Stein einen Schallschatten. Ultraschalluntersuchengen können auch Größe, Kontraktionsfähigkeit sowie Wand- und Formveränderungen der Gallenblase nachweisen.

Die Bedeutung der Krankheit

Normalerweise sind Gallensäuren hauseigene Aggressoren, die FREMDES angreifen sollten, nämlich die zugeführte Nahrung, die im Dünndarm von der Galle angedaut wird. Speisen müssen zersetzt werden. Nur wenn sie in ihre kleinsten Bestanteile heruntergespalten werden, können sie vom Körper resorbiert und an anderen Orten zu neuem, körpereigenem Gewebe zusammengesetzt werden. Gallensäure, die nicht mehr das Fremde (Nahrung), sondern das Eigene (Gallenblasenschleimhaut) zersetzt, steht symbolisch für einen aggressiven Akt, der sich nicht nach außen – wo er hingehört – sondern gegen das Selbst richtet. Für Gallenpatienten lohnt sich die Frage, in welchen Beziehungen sie sich „zurückhalten“ und ihr Gegenüber schonen auf Kosten ihrer eigenen Gesundheit. Konfliktfähigkeit und das konstruktive Lösen von Interessengegensätzen ist lernbar, eventuell auch mit Hilfe einer Psychotherapie. Wer sich in diesem Lernprozess begibt, praktiziert die beste „Rezidivprophylaxe“ von Stau, Steinen und Entzündungen im Bereich der Gallenwege.

Naturheilkunde bei Gallenbeschwerden

Vorbeugen – was man als Patient selbst tun kann

Ein wichtiger Punkt in der Vorbeugung von Gallenbeschwerden ist sicher die Ernährung, auf die weiter unten detailliert eingegangen wird.

In der Naturheilkunde gibt es zudem viele pflanzliche und auch homöopathische Mittel, die auf sanfte Art und Weise den Gallefluss fördern und somit Rückstaus mit anschließender Entzündung sowie die fortgesetzte Steinbildung verhindern helfen. Zur Vorbeugung und zur Selbsthilfe steht den Betroffenen eine Vielzahl von unterstützenden Möglichkeiten aus dem Bereich der Naturheilkunde zur Verfügung. Es sollte jedoch unbedingt der Rat eines erfahrenen Arztes für Naturheilverfahren oder eines Heilpraktikers hinzugezogen werden.

Phytotherapie bei Gallenbeschwerden

In der Phytotherapie gibt es einige Heilpflanzen, die sich bei Gallenbeschwerden bewährt haben. Welche Heilpflanze im Einzelfall passt, sollte ein Arzt oder Heilpraktiker prüfen, da die Heilpflanzen verschiedene Wirkungen haben und nur der Fachmann entscheiden kann, welche Wirkung im Einzelfall angezeigt ist. Beispielsweise wirken Löwenzahn, Mariendistel und Odermennig galletreibend und könnten daher unter Umständen eine Entzündung der Gallenblase oder eine Gallenkolik sogar verschlimmern.

Erwähnenswert bei Gallenbeschwerden sind z. B. folgende Heilpflanzen

• Artischocke

• Löwenzahn

• Schafgarbe

• Pfefferminze

• Gelbwurz (Curcuma longa)

• Erdrauch

• Melisse

• Wermut

• Wegwarte

• Odermennig

Einige dieser Heilpflanzen werden auch in fertigen Kräuterteemischungen oder pflanzlichen Komplexmitteln kombiniert, über die Sie sicher auch Ihr Apotheker näher informieren kann.

Homöopathie bei Gallenbeschwerden

Die homöopathische Behandlung bei Gallenbeschwerden wird in der Naturheilpraxis in der Regel konstitutionell ausgerichtet sein. Dabei wird das homöopathische Mittel auf Besonderheiten des Patienten abgestimmt. Eine solche konstitutionelle Behandlung kann nur vom Fachmann durchgeführt werden.

Darüber hinaus gibt es homöopathische Komplexmittel, die bei Leber-Galle-Störungen zum Einsatz kommen.

Biochemie nach Schüßler bei Gallenbeschwerden

Bei krampfartigen Schmerzen im rechten Oberbauch, wird gerne Nr. 7 Magnesium phosphoricum D3 eingesetzt. Die genaue Dosierung hängt vom Einzelfall ab. Die Tabletten können direkt eingenommen werden (langsam im Mund zergehen lassen) oder als „Heiße Sieben“ getrunken werden. Dazu 10 Tabletten in einem Glas heißem Wasser lösen. Keinen Metalllöffel zum Umrühren verwenden. Von der Lösung alle 2-5 Minuten schluckweise trinken.

Auch die Nr. 10 Natrium sulfuricum D 6 ist ein wichtiges biochemisches Mittel bei Gallenbeschwerden, da es den Gallefluss fördert. Ob das im Einzelfall sinnvoll oder womöglich gerade kontraproduktiv ist, muss der Fachmann entscheiden.

Im akuten Entzündungsfall kann auch Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12 angezeigt sein.

Hilfe aus der Natur bei Gallenwegsdyskinesien

Gegen chronische Beschwerden können regelmäßig Kräutertees – es gibt hier bereits viele klassische Gallentee-Mischungen, beispielsweise mit Artischocke oder Schöllkraut – eingenommen werden. Bei Krämpfen können Fencheltee und Nr. 7 Magnesium phosphoricum D3 (s.o. unter Biochemie) zur Linderung beitragen. Darüber hinaus sind Ruhephasen und ausreichend Schlaf sowie verschiedenste Entspannungsmethoden förderlich, aber auch Bewegung und frische Luft haben positive Auswirkungen auf den Allgemeinzustand. Ebenso wie eine gesunde Ernährung und Gewichtskontrolle.

Hilfe aus der Natur bei Gallensteinen

Auch hier trägt falsche Ernährung einen erheblichen Teil bei – wie beispielsweise Gebratenes, Fettes, hart gekochte Eier, Hülsenfrüchte sowie zu viel Alkohol oder Kaffee. Bei häufigen Koliken sollten neben einer Ernährungsumstellung unbedingt auch mögliche Stressquellen und psychische Auslöser identifiziert und soweit wie möglich künftig gemieden werden.

Zur Linderung der Beschwerden bei Gallensteinen bietet die Naturheilkunde ein reiches Spektrum an Mitteln an, die das bessere Funktionieren der Gallenblase fördern sollen oder z. B. den Heilungsprozess nach einer Cholezystektomie, einer operativen Entfernung der Gallenblase, positiv beeinflussen.

Die Betroffenen haben die Wahl zwischen Teemischungen, Akupunktur, Homöopathie, Ayurveda, Schüßler-Salzen, Leberwickel und -kompressen bis hin zu Neuraltherapie, Bachblüten, Fußreflexzonenmassage, Wärmebehandlungen usw.

Hilfe aus der Natur bei Gallenblasenentzündungen

Häufigste Ursache von Gallenblasenentzündungen sind Gallensteine. Um die Symptome der Entzündung mit alternativen Methoden zu unterstützen, können begleitend zu schulmedizinischen Methoden diverse Heilpflanzen zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden. In akuten Fällen sollten jedoch galleetreibende Präparate vermieden werden.

Zur Vorbeugung von Galleproblemen helfen eine ballaststoffreiche und fettarme Ernährung, viel Bewegung sowie die Einschränkung des Alkoholkonsums.

Die Behandlung des Gallenblasen-Meridians kann harmonisierend wirken. Oftmals wird auch der Lebermeridian in die Behandlung einbezogen, um das Organ zu stärken.

Hilfe aus der Natur bei Gallenblasenkrebs

Auch hier hilft das gesamte Spektrum der Naturheilkunde, um den Allgemeinzustand des Patienten zu verbessern und beispielsweise Nebenwirkungen der Chemotherapie zu lindern.

Psychosomatische Gründe bei Galleerkrankungen

Wenn einem die Galle überläuft

Die Gallenflüssigkeit ist eine bittere Säure, die im gesunden Fall die Nahrung angreifen und zersetzen soll. Aber bei Rückstaus im System Galle richtet sich diese Fähigkeit der Gallensäuren gegen den eigenen Körper. In einem autoaggressiven Prozess zerfressen sie die Schleimhäute des Gallensystems. Es kommt beispielsweise zur Gallenblasenentzündung.

Die Medizin geht zunehmend davon aus, dass sich ungesunde seelische Muster auf körperlicher Ebene widerspiegeln. Erkrankungen der Gallenwege werden dabei meist mit gesellschaftlich negativ bewerteten Gefühlen wie Wut, Aggression, aber auch Neid und Bitterkeit in Verbindung gebracht. Auch wenn manche dieser Gefühle durchaus ihre Berechtigung hätten. Beispielsweise werden Grenzverletzungen anderer entschuldigt und in sich „hineingefressen“. Die Aggression wird nicht zur Verteidigung der eigenen Positionen und Bedürfnisse in der Außenwelt eingesetzt, sondern staut sich im Inneren, verdichtet sich und steckt am Ende als Stein im Gallengang fest.

Alles muss fließen

Leben heißt im weitesten Sinne, dass alles im Fluss ist. Auf der körperlichen wie auf der seelischen Ebene. Bei Gallensteinen ist die Energie im wahrsten Sinne des Wortes ins Stocken geraten, der Mensch versteinert innerlich. Er ist zwar unendlich sauer, weiß aber mit seinen Gefühlen nicht wohin, versucht seine Umwelt zu schonen, seine eigenen Bedürfnisse denen der anderen unterzuordnen und hält sich lieber zurück, anstatt sich für seine vitalen Interessen einzusetzen. Mit dem Ergebnis, dass er am Ende seelisch und auch körperlich krank wird.

Außerdem kann hinter Gallenbeschwerden die Scheu stecken, Interessenskonflikten konstruktiv zu lösen. Aber Selbstverwirklichung, Konfliktfähigkeit und die konstruktive Verarbeitung sowie Abbau und Transformation von Stress-Energien und negativ belastenden Emotionen sind erlernbar, u.U. auch mit Unterstützung von psychotherapeutischer Beratung.

Die Symptome an der Wurzel bekämpfen

Es gilt für Patienten mit Gallenschmerzen also unbedingt herauszufinden, welches „Gift“ die eigene Gesundheit torpediert. „Wo habe ich das rechte Maß verloren?“, „Wo habe ich mir zu viel zugemutet?“ – Fragen, die in unserer Leistungsgesellschaft schnell übersehen werden. Oder „Wo habe ich nicht genug auf meine eigenen Bedürfnisse geachtet?“, „Wo habe ich mich kleiner gemacht als ich bin?“ – diese Fragen betreffen besonders oft die moderne Frau in ihrer Multitasking-Rolle zwischen Kindererziehung, Partnerschaft und Beruf. Überall will man einem Ideal entsprechen. Doch das Scheitern ist vorprogrammiert, weil man es eh nicht allen recht machen kann und so bleibt man am Ende selbst auf der Strecke, wenn man nicht massiv gegensteuert.

Aus Sicht der Kinesiologie

Der Funktionskreis der Gallenblase hat seine Maximalzeit zwischen 23.00 und 1.00 Uhr und ist gekoppelt mit dem Funktionskreis der Leber. In der chinesischen Medizin wird der Funktionskreis der Gallenblase als die Instanz angesehen, die innerhalb der Lebensplanung die wichtigen Entscheidungen trifft. Der Gesamtplan wird von der Leber entworfen, die einzelnen Entscheidungen trifft die Gallenblase. Wer einen intakten Funktionskreis der Gallenblase besitzt, hat den nötigen Mut zu diesen Entscheidungen. Feigheit gilt im chinesischen Zusammenhang als Schwäche der Gallenblase.

Der Funktionskreis der Gallenblase muss eng mit dem Funktionskreis der Leber zusammenarbeiten und den Lauf der Leberenergie kontrollieren bzw. schützen bis sie reif ist, in die Welt zu treten. Im Chinesischen heißt es deshalb von einem Menschen, der seine Kräfte gesammelt hat und nun mit großem Mut voranschreiten kann, dass er eine „große Galle“ hat. Der Schlüssel der Kraft liegt im harmonischen Zusammenspiel der Funktionskreise Leber und Gallenblase, dem Wachsen der Energien und ihrer gezielten Freisetzung.

Wie geht es denn Ihrer Gallenblasen-Energie?

Haben Sie häufig Kopfschmerzen oder Migräne mit Augendruck, Lichtscheu, Nackenschmerzen, Übelkeit bis zum Erbrechen, Hitzegefühl im Kopf? Verspüren Sie manchmal Verspannungen und sind Sie leicht reizbar. Kommt Ihnen häufig „die Galle hoch“? Haben Sie eine gestörte Fettverdauung oder vielleicht auch Gallensteine? Haben Sie Schwierigkeiten Entscheidungen zu treffen? Fühlen Sie sich mutlos und unzufrieden? Haben Sie Schwierigkeiten einzuschlafen oder wachen Sie häufig zwischen 23.00 und 1.00 Uhr wieder auf?

Wenn der Funktionskreis der Gallenblase gestört ist, behindert er die Leberenergie und hindert sie an der freien Entfaltung. Die Verdauung im physischen und psychischen Sinne wird gestört und Probleme können sich anstauen. Man fühlt sich unter Druck und da die Entfaltung gehemmt ist, kann es zu starken Stimmungsschwankungen kommen bis hin zur Depression. Durch den Druck, den der Kampf der Leber gegen die Gallenblase erzeugt, entsteht Hitze im Körper, die zu geröteten Augen und Schwitzen bei gleichzeitig kalten Händen und Füßen führen kann. Wut wird unterdrückt und Verspannungen, Verstopfungen und hoher Blutdruck können die Folge sein. Ebenfalls können Gallensteine entstehen und sich bei Frauen vermehrt prämenstruelle Störungen zeigen.

Quellen: https://www.gesundheit.com/gesundheit/1/psyche-und-galle
https://www.naturheilmagazin.de/natuerlich-heilen/krankheiten-a-bis-z/galle.html
https://www.kinesiologie-badsoden.de/schoene-gruesse-an-die-gallenblas