Emotionen – Wie sie deine seelische und körperliche Gesundheit beeinflussen

Psychische Erkrankungen, allen voran Angsterkrankungen, Depressionen sowie Alkohol- und andere Suchterkrankungen, zählen heute zu den führenden Gesundheitsproblemen. Jeder fünfte Österreicher hatte schon Burn-out ähnliche Zustände, Tausende leiden unter extremer Erschöpfung. Nur eine kleine Zahl der Menschen, die an psychischen Erkrankungen leidet, erhält nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Behandlung und Pflege. Noch immer verhindert die Angst vor einer Stigmatisierung, dass gezielte Hilfe in Anspruch genommen wird.

Das Pflegen und Fördern von seelischer Gesundheit ist ein sehr großer und umfangreicher Bereich der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Wir wissen, dass Emotionen Krankheiten auslösen können, dass Krankheiten Emotionen fördern können und auch, dass falsche Ernährungsgewohnheiten negative Emotionen verstärken können.

Jedes Organ speichert eine Emotion

Unsere Stimmung kann sich von einem Moment auf den anderen ändern. Haben Sie sich jemals gefragt, wie das sein kann? Was sich da in uns abspielt?

Das Konstrukt “Mensch” ist ein fein aufeinander abgestimmtes System, in dem unsere Organe eine zentrale Rolle spielen. Die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) betrachtet seit mehr als 3000 Jahren eine körperliche Beschwerde immer im Zusammenhang mit dem jeweiligen Organ, dessen emotionale Aufgaben, der Tageszeit der Beschwerde, der Lehre der 5 Elemente und unseren Energiezentren. Dieser ganzheitliche Ansatz eröffnet einen viel größeren Blickwinkel auf unser derzeitiges Wohlbefinden und dient als Deutungssystem im feinstofflich energetischen Bereich auch uns Kinesiologen, obwohl wir keine medizinischen oder naturheilkundlichen Behandlungen anbieten.

In der TCM werden Emotionen gleich ermaßen wie andere krankmachende pathogene Faktoren bewertet. Das zeigt bereits die Wichtigkeit unserer Emotionen auf unsere gesamte Vitalität. Im Gegensatz zu den äußeren pathogenen Faktoren wie Wind, Nässe, Kälte, Hitze, Trockenheit oder Sommerhitze, die erst unser Abwehrsystem überwinden müssen, um uns krank zu machen, entstehen Emotionen direkt innerhalb unseres Körpers. Gegen diese inneren pathogenen Faktoren kann sich unser Körper nicht schützen. Hier können nur wir selbst aktive Maßnahmen setzen, um dem schädlichen Einfluss von Emotionen entgegenzuwirken: mit positiven Gefühlen und Glaubenssätzen, mit Bewegung, Ausleben unserer Kreativität, Tanzen, Zeit mit lieben Menschen.

Es gibt aus Sicht der TCM 7 Emotionen:

● Zorn

● Freude

● Sorge

● Grübeln

● Traurigkeit

● Angst

● Schock

Unser Qi – unsere Lebensenergie – fließt gleichmäßig durch unser Meridiansystem, unseren Körper, unsere Organe. Zumindest sollte sie im Idealfall gleichmäßig fließen. Die Emotionen haben jeweils eine ganz eigene Auswirkung auf unser Qi und lassen unsere Lebensenergie stagnieren, blockieren sie oder leiten sie zu stark in eine ganz bestimmte Richtung (z.B. „Sich aus Angst in die Hose machen“).

Zorn – Element Holz

Durch Zorn steigt unser Qi auf, wir bekommen einen roten Kopf vor lauter Wut, werden laut und aufbrausend. Zorn erzeugt Hitze. Jeder von uns kennt das Sprichwort „Mir ist eine Laus über die Leber gelaufen.“ Die Emotionen Zorn, Wut, Eifersucht und Ärger beeinträchtigen laut TCM die Leber und können Symptome von Leber-Feuer hervorrufen oder verstärken:

● Kopfschmerzen

● Drehschwindel

● Ohrensausen bis Tinnitus

● Bindehaut-Entzündungen

● Gesichtsnerv-Entzündungen

● Bluthochdruck

● Anfälligkeit für PAP Syndrome, Myome und Brustknoten

● Schilddrüsen-Überfunktion

● Neigung zu Verstopfung

● Entzündungen im Urogenital: Harnleiter-, Blasen-, Prostata-Entzündungen

Die TCM Ernährungslehre weiß, dass nicht nur die Emotionen Zorn und Wut die Leber schädigen, sondern auch gewisse Lebensmittel Leber-Feuer erzeugen und auch Emotionen wie Aggression und Ärger hervorrufen können. Es lässt sich beobachten, dass Menschen mit zu viel Leber-Hitze durch zu viel Alkohol zu Zorn und Aggression neigen. Meist wird der Alkohol mit Salzigem wie Wurst, Speck, Schweinefleisch kombiniert, was eine explosive Mischung erzeugt.

Es gibt aber auch positive Emotionen und Eigenschaften, die das Holz Element (Leber und Gallenblase) stärken:

● Kreativität

● Großzügigkeit

● Freundlichkeit

● Tatenkraft

● Durchsetzungsvermögen

Freude – Element Feuer

Die TCM kennt zwei Arten von Freude. Die erste ist eine Art von Wonne oder Vergnügen, die wir erleben, wenn wir zum Beispiel etwas Schönes sehen oder erleben, das unser Herz erstrahlen lässt. Diese Art von Freude nennt die TCM eine „wohltuende Art von Freude“, die unsere Energie nicht aus dem Gleichgewicht bringt.

Die zweite Art von Freude, die uns Menschen sogar krank machen kann, ist eine unkontrollierte, maßlose, auszehrende Art von Freude bis hin zu Begierde, Raserei und Ekstase. Diese Art von Freude bezeichnet die TCM als krankmachende Emotion. Sie verlangsamt unseren Qi-Fluss und beeinträchtigt das Herz und kann Symptome von Herz-Feuer hervorrufen oder verstärken:

● Unruhe

● Schlafstörungen

● Nachtschweiß

● Herzrasen

● Viele und lebhafte Träume

● Entzündungen im Mundraum

● Fieberblasen

● Neigung zu Blasenentzündungen

● Sehr schnelles Sprechen

● Spontanes Lachen oder viel Kichern

Symptome von Herz-Feuer kennen wir alle sicherlich aus unserer Jugendzeit besonders gut, wo stundenlang gekichert wurde, uns unsere Begierden den Schlaf geraubt haben und wir mit unseren Träumen hätten Bücher füllen können.

Nicht zu unterschätzen ist die Wirkung von Kaffee auf unser Herz, denn zu viel davon löst schnell Herz-Hitze aus und führt zu Unruhe und einem Gefühl von Zeitdruck. Vor allem jene Menschen, die unter Stress und Zeitdruck stehen fallen leicht in die „Kaffee-Falle“.

Was dem Feuer Element (Herz und Dünndarm) besonders gut tut und ihm Ruhe schenkt, sind:

● Liebe

● Freude

● Gelassenheit

● Offenheit

● Respekt

Grübeln und Sorgen – Element Erde

Bei Menschen, die zu viel Grübeln, nachdenken und sich ständig Sorgen machen, wird das Qi regelrecht verknotet, es stagniert und erzeugt Nässe im Körper. Diese Nässe beeinträchtigt vor allem die Milz Funktion und führt zu Milz-Qi-Mangel:

● Müdigkeit

● Neigung zu breiigem Stuhl oder Durchfall

● Weiches und kraftloses Gewebe (Wassereinlagerungen und Cellulite)

● Gewichtszunahme

● Extreme Gelüste auf Süßes oder Fettiges

● Neigung zu Kälte (Hände und Füße)

● Öfters traurig oder depressiv verstimmt

Erzeugen übermäßiges Grübeln und Sorgen im Körper Nässe, so schwächt die Nässe nicht nur unseren Verdauungstrakt, sondern dämmt auch „klare Gedanken“ wie nasser Nebel ein. Sorgen beeinträchtigen auch die Lungenfunktion, da das Organ empfindlich auf Nässe reagiert. Gerade jene Personen die zu viel grübeln und sich Sorgen machen, greifen schließlich verstärkt zu Süßigkeiten, süßen Milchprodukten wie Topfen mit Obst oder zu besonders Kohlenhydrate haltigen Lebensmitteln. Leider erzeugen diese wiederum sehr viel Nässe wodurch sich die Katze letztlich in den Schwanz beißt.

Positive Gedanken und Eigenschaften stärken das Erde Element (Milz und Magen):

● Ausgeglichenheit

● Gerechtigkeit

● Mitgefühl

● Musikalität

Traurigkeit – Element Metall

Erfährt man eine traurige Nachricht, will man sie im ersten Moment einfach nicht wahrhaben. Man kann nur schwer atmen, es verschlägt uns wortwörtlich die Sprache und aufgrund der traurigen Nachricht bleibt uns die Luft weg. Hier ist ganz deutlich die Wirkung von Trauer auf das Element Metall (Lunge, Dickdarm) zu erkennen. Die Emotion Trauer zersetzt das Qi und beeinträchtigt die Lunge. Auch Trauer und Sorgen über die Zukunft können uns Menschen krank machen und fördern Beschwerden von Lungen-Yin-Mangel wie:

● Lungenkrankheiten

● Trockenheit der Lunge – (Reiz)Husten, kratziger Hals

● Trockene, juckende Haut

● Brüchige Nägel und Haare

● Nachtschweiß

● Gewichtsverlust

● Gelüste auf Süßes am Nachmittag

● Neigung zu Verstopfung

Das Metall Element (Lunge und Dickdarm) wird gestärkt durch:

● Mut

● Urvertrauen

● Optimismus

● Loslassen

● Verantwortungsgefühl

● Anpassungsfähigkeit

Angst und Schock – Element Wasser

„Mir rutscht das Herz vor Angst in die Hose“, „Sich vor Angst in die Hose machen“, „Die Knie zittern vor Angst“. All das sind Redewendungen, die die Energiebewegung von Angst bereits andeuten: nämlich nach unten, abwärts. Schock zerstreut das Qi, Angst führt es schließlich nach unten. Angst, egal ob Existenz- oder Situationsangst, lähmt die Niere (Wasser Element) und schwächt die Lebenskraft. Auf der anderen Seite neigen Menschen mit schwachen Nieren zu Überängstlichkeit. Weitere Symptome, die eine Schwächung der Niere – Nieren-Qi-Mangel – aufgrund von Angst fördern können, sind:

● Lendenschwäche und Lendenschmerzen

● Herzklopfen

● Stottern

● Bitterer Mundgeschmack

● Muskelkrämpfe

● Inkontinenz

● Neigung zu Durchfall

● Schwache/zittrige Beine

● Schwache Menstruation

● Potenzschwäche

Das Wasser Element (Niere und Blase) lässt sich aber auch durch positive Emotionen und Energien stärken:

● Liebevolle Beziehungen

● Mut

● Gelassenheit

● Sanftheit

● Stille

● Bescheidenheit

Organzusammenhänge und Organsprache

Bereits unsere Alltagssprache enthält viele Wahrheiten.

Kopf – Sitz des Geistes und des Denkens: “Es macht mir Kopfzerbrechen”, “Ich zermartere mein Gehirn”, “Mit dem Kopf durch die Wand wollen”, “Nicht wissen, wo einem der Kopf steht”, “Man bekommt “den Kopf verdreht”, “Kopflos”, “Sich behaupten”, “Ein Brett vor dem Kopf haben”, “Der Kopf raucht”, “Es wächst mir über den Kopf”, “Einen kühlen Kopf bewahren”, “Den Kopf in den Sand stecken”.

Augen – unsere Art, die Welt und uns selbst zu sehen: “Kurzsichtig handeln”, “Weitblick haben”, “den Dingen ins Auge schauen”, “mit Blindheit geschlagen sein”, “den Durchblick haben/klar sehen”, “das geht ins Auge”, “das zu sehen, tut meinen Augen weh”, “sich vergucken”, “Scheuklappen vor den Augen haben”, “mangelnde Einsicht”.

Ohren – nicht (ge)horchen wollen, auf die innere Stimme hören: “wer nicht hören will, muss fühlen”, “zu viel um die Ohren haben”.

Nase – Selbsterkenntnis (in der Physiognomie die Zone des Ichs), Macht/Stolz/Sexualität: “Den richtigen Riecher haben”, “die Nase voll haben”, “verschnupft sein”, “jemanden nicht gut riechen können”, “sich an die eigene Nase fassen”, “die Nase in fremder Leute Angelegenheiten stecken”, “Gefahr wittern”, “die Nase vorn haben”.

Zähne – gehören zum Skelettsystem, haben Bezug zu allen Teilen des Halteapparates und zu allen inneren Organen. Sie stehen für unsere “Festigkeit” und das “Durchsetzungsvermögen”: “Jemanden die Zähne zeigen”, “sich durchbeißen”, “die Zähne zusammenbeißen”, “auf dem Zahnfleisch gehen”, “keinen Biss haben”, “Bissigkeit”, “sich in etwas verbissen haben”, “zähneknirschend”.

Hals – der Kehlkopf ist Organ des Selbstausdrucks über die Sprache: “im Halse stecken bleiben”, “einen Kloß im Hals haben”, “mir schwillt der Hals”, “den Hals nicht voll kriegen”, “mir platzt der Hals”, “Ich hab so einen Hals”.

Nacken, Schultern – tragen die Last des Lebens: “Hartnäckigkeit”, “halsstarrig sein”, “etwas (der Schalk) sitzt einen im Nacken”, “die Last auf den Schultern tragen”, “Nackenschläge einstecken”, “sich zu viel auf die Schultern laden”.

Hand – rechts geben (männliche Seite), links geben (weibliche Seite)

Herz – Kreislauf ist der Sitz der Liebesfähigkeit, auch zu sich selbst, Verteilung von Lebenskraft = Vitalität und Freude: “etwas geht mir zu Herzen”, “man nimmt sich etwas zu Herzen”, “es bricht mir das Herz”, “das Herz verlieren”, “Herzeleid”, “Herzschmerz”, “beherzt sein”, “es zerreißt mir das Herz”, “herzlos”.

Lunge, Atemorgane – Atmung = Leben im Austausch mit der Umgebung: “schwach auf der Brust sein”, “es verschlägt mir den Atem”, “einen langen Atem haben”, “man hustet sich die Seele aus dem Leib”, “es nimmt mir oder einem die Luft zum Atmen”, “aufgeblasen sein”, “langatmig sein”, “sich die Lunge aus dem Hals schreien”, “sich mal Luft machen”, “erstmal durchatmen”, “sich endlich mal jemandem zur Brust nehmen, denn so geht das nicht weiter”.

Magen – nimmt auf, was wir schlucken, körperlich und psychisch. “Genährt werden” umfasst im Säuglingsalter über die Füllung des Magens hinaus auch Zuwendung und Liebe: “Liebe geht durch den Magen”, “es schlägt mir auf den Magen”, “man frisst etwas in sich hinein”, “man muss zu viel schlucken/verdauen”, “es stößt mir sauer auf”, “es liegt mir im Magen”.

Leber – muss mit materiellen und emotionalen Giften fertig werden: “ihm ist eine Laus über die Leber gelaufen” (= verhaltene Wut, Wut, Depression, Weltanschauung, Religion).

Galle – zieht “Sprengstoffe” aus der Leber, um aktiv zu verarbeiten: “mir läuft die Galle über”, “da kommt mir die Galle hoch”, “Gift und Galle spucken” (Wut/Aggression ausdrücken statt zurückhalten).

Darm – der Dünndarm assimiliert Nahrung, der Dickdarm scheidet Überflüssiges aus: “Schiss haben”, “sich etwas verkneifen”, “etwas nicht verdauen können”, “Schleimscheißer” (Verarbeitung, Analyse, Dickdarm: Unbewusstes, Geiz).

Niere(n) – “Partnerschaftsorgan”, alles das, was zwei Seiten hat: “etwas geht mir an die Nieren” (längerer Stress, tiefe Trauer, Partnerschaftsprobleme: rechts-männlich, links weiblich > es können Zusammenhänge zu Eltern, Großeltern etc. bestehen).

Blase – “etwas schlägt auf die Blase”, “vor Schreck in die Hose machen”, “Loslassen”

Blut – Lebenskraft, Vitalität.

Genitalbereich – Sexualität: Vagina – Hingabe, Fallenlassen, sich öffnen. Penis – Macht, Potenz

Haut – Kontaktorgan zu Umwelt und Mitmenschen, über das Liebe und Zuneigung zuteilwerden: “ein dickes Fell haben”, “dünnhäutig sein”, “(zum) aus der Haut fahren”, “sich in seiner Haut nicht wohl fühlen”, “es geht unter die Haut”, “eine alte Haut ablegen”, “eine ehrliche Haut”, “die Haut zu Markte tragen” (Abgrenzung, Zärtlichkeit, Kontakt, Normen).

Rücken – charakterisiert unsere Haltung im Leben: “Rückgrat zeigen/brechen”, “Aufrichtigkeit”, “sich (nicht) beugen”, “einiges auf dem Buckel haben”, “Haltung zeigen”, “sich krumm machen”, “jemanden in den Rücken fallen”, “jemanden den Rücken stärken”.

Gelenke – sind notwendig für unsere Beweglichkeit und Effektivität: “handlungsunfähig sein”, “etwas übers Knie brechen”, “nicht vorankommen”, “keinen Schritt tun können”, “keinen (guten) Stand haben”, “in die Knie gehen” (Knie = Demut, Flexibilität/ Beugsamkeit, Überlastung, Hände = Begreifen, Handlungsfähigkeit)

Füße – Verständnis, Standhaftigkeit, Verwurzelung, Demut, Muskeln/Gelenke: Beweglichkeit, Flexibilität, Aktivität, Knochen: Festigkeit/Normerfüllung, “Wer rastet, der rostet bzw. der Zahn der Zeit nagt an einem” => Arthrose…

Nägel – Aggression

Knie – rechts ist das “Partnerknie”; links ist das “Mutter/Kind-Knie”. Bei Linkshändern ist alles umgekehrt.

Daumen – Einheit, Gegenspieler aller vier Finger; macht Probleme, wenn man das Leben nicht in den Griff bekommt oder nicht zupackt.

Quelle https://www.annatsu.at/emotionen-wie-sie-deine-seelische-und-koerperliche-gesundheit-beeinflussen/
https://www.wir-herzmenschen.de/grundlagen/organe-emotione
https://www.komm-praxis.de/organsprache-osteopathie.html